Montag, 20. Januar 2014

Ankunft in Mittelerde

Am 8.1. heißt es also für's erste Abschied nehmen von Australien. Nächster Stopp: Auckland im Norden Neuseelands. Mit über 1 Millionen Einwohner die größte Stadt hier (im gesamten Land leben tatsächlich nur 4 Millionen Menschen), allerdings nicht die Hauptstadt.

Erster positiver Eindruck: die Leute sind hier nicht minder freundlich als in Australien! Als wir in einem kleinen Shop nach dem Weg zum Hostel fragen, entscheidet ein Kunde spontan er könne uns doch auch eben kurz mit dem Auto vorbei fahren.

Ein typisches Vorstadt-Häuschen Aucklands

Nachdem wir am nächsten Tag im Hostel viel Zeit mit Organisation verbringen bleibt noch ausreichend vom Tag übrig um die Stadt zu erkunden.

Beeindruckender Baum im Stadtpark

Aucklands Skyline am Tage..

.. und aus weiter Ferne

Abends beschließen wir mit einigen Leuten aus dem Hostel auf einen Nähe gelegenen Hügel zu wandern um noch mal bei Sonnenuntergang und anschließender Dunkelheit einen Überblick zu erhalten:

Hätte ein schönes Bild werden können, wäre da nicht diese Wolke am Himmel ......


Am nächsten Tag geht es mit dem gemieteten Wagen raus aus Auckland und rein in die Natur! In den Northlands zeigt sich Neuseeland und zum ersten Mal genau so wie man es sich vorstellt! Weite grüne Landschaften, tiefblaue Seen, Berge und das Meer, alles beisammen. Wir verbringen die Nächte auf Campingplätzen an den schönsten Spots und treffen viele nette Leute! Mit einigen reisen wir sogar ein paar Tage gemeinsam weiter.






Da die Campsites staatlich gefördert werden zahlt man hier maximal 10$ die Nacht um an Orten wie dem folgenden zu bleiben:

Viele Kiwis (so nennt man die Einwohner Neuseelands, nicht etwa die Früchte!) sind hier mit ihren Familien unterwegs, denn es sind Sommerferien!



Hobbits gibt es hier übrigens auch


Am nächsten Tag wagen wir uns zum ersten Mal seit dem Six Foot Track wieder auf eine kleine Wanderung. Es geht steil bergauf, auf diesen Felsen hier:


Man hat von oben einen ziemlich beeindruckenden Rundum-Blick!



Abends kommen wir an einem Camping-Platz mit wunderschönem Strand an...



.. Hier treffen wir auch 3 Jungs aus Deutschland: Eli, Yannick und Luca. Wir verstehen uns so gut, dass wir die kommenden Tage gemeinsam reisen werden und uns auch später noch mal wiedertreffen.
Weiter geht's bis an den nördlichsten Zipfel des Festlands, das Cape Reinga.

Zusammen mit den Jungs machen wir auf dem langen Weg halt, um diesen über 2000 Jahre alten Baum zu bestaunen

Oben am Cape Reinga zeigt sich uns einmal mehr Neuseelands unberührte Natur:
Hier fließen der Pazifik und das tasmanische Meer zusammen, dieser Ort ist wirklich paradiesisch!!



In diesem Sinne viele liebe Grüsse vom diesmal exakt anderen Ende der Welt
















Mittwoch, 15. Januar 2014

"What means 'crazy' in German"?

...bekamen wir auf dem letzten Abschnitt der Ostaustalienreise, nicht ganz zu Unrecht, zu hören. Aber der Reihe nach:
 Mit dem Bus ging's von Canberra nach Sydney. Nach spontaner Absage unserer eigentlich geplanten Unterkunft fanden wir zum Glück (1 Tag vor Silvester als wahrscheinlich mit die letzten der 1,6Mio Besucher) noch ein schönes Zimmer inklusive Frühstück, New years konnte kommen! Zusammen mit Jule, Hauke und Jules Mutter ging's schon mittags auf in die Royal Botanic Gardens. Die 5h anstehen und weitere 7 Stunden Sitzplatz verteidigen haben sich für den Blick auf den Hafen und für uns alle definitiv gelohnt! Das Feuerwerk war fantastisch, die Menschen haben auf den Strassen Sydneys ausgelassen gefeiert und wir mussten uns bald darauf leider ein weiteres Mal von unseren bisher treusten Travelmates Jule und Hauke verabschieden.

-von Sydney haben wir irgendwie keine weiteren Bilder gemacht, ihr musst uns also glauben was wir hier erzählen ;)-

Nach Silvester bleiben uns somit nur noch ein paar Tage in Sydney bevor es nach Neuseeland geht. Wir entschließen uns daher in die Blue Mountains zu fahren und dort eine dreitägige Buschwanderung von Katoomba zu den Tropfsteinhöhlen der Jenolan Caves zu unternehmen.
45km durch den australischen Busch liegen nun vor uns. Wir packen unsere Rucksäcke bis oben hin voll: Essen für drei Tage, jeder 4 Liter Wasser, das Zelt etc., sodass wir am Ende doch einiges zu tragen haben. Schon zu Beginn der Wanderung wird uns klar, dass wir uns ganz eventuell etwas übernommen haben... Extrem steile Abschnitte und Temperaturen über 30 Grad bei gleichzeitigen Winden veranlassen den Motorradfahrer der uns an Tag 2 zum Glück begegnet um unsere erschöpften Wasservorräte wieder aufzufüllen zu der genannten Frage "What means crazy in German?"

Die 'Three Sisters' bei Katoomba

Der Start



Eine ziemlich waghalsige Brücke kurz vor Ankunft am Campingplatz des erstes Tages








Kurz vor Ankunft kündigen sich die Jenolan Caves schon an

Ankunft!! Hier werden wir den Rest des Tages entspannen (bewegen geht eh nicht mehr!) und nach einer Übernachtung dann am nächsten Tag die Höhlen anschauen.

Die Höhlen beeindrucken durch ihre Größe und die unterirdischen spiegelglatten Seen



Am selben Tag noch reisen wir dann noch zurück nach Sydney. Hier wartet am nächsten Tag schon der Flieger nach Neuseeland. Etwas wehmütig ist und schon zumute, ist doch die Ostküste Australiens damit abgeschlossen. Bevor es zurück nach Deutschland geht, steht aber noch ein Aufenthalt an der Westküste an, warum es noch kein endgültiger Abschied vom Land Australien ist. 

Beim nächsten Mal gibt's dann schon den Bericht aus Nord-Neuseeland!












 

Samstag, 28. Dezember 2013

Aussie Christmas in Canberra

Wir landen also abends in Canberra, Australiens Hauptstadt. Für uns ist das Bundesstaat Nummer 7, nämlich ACT = Australian Capital Territory. Hier leben seit 25 Jahren Christians Tante und Familie, bei denen wir äußerst entspannt die Weihnachtstage verbringen werden. 

Canberra ist in jeglicher Hinsicht eine außergewöhnliche Stadt. 1908 sollte Australien eine Hauptstadt erhalten. Da sich die beiden größten Städte Melbourne und Sydney allerdings nicht einigen konnten, beschloss man kurzerhand eben eine neue Stadt zu bauen. Nach einem Architekturwettbewerb, den der Amerikaner Walter Burley Griffin für sich entscheiden konnte, begannen 1913 die Bauarbeiten. Die Stadt feierte also gerade 2013 ihr hundertjähriges Bestehen. An viele Stellen merkt man, dass die Stadt durch und durch auf dem Papier entworfen wurde. Zum Beispiel an der Anordnung der wichtigsten parlamentarischen Gebäude in einem Dreieck, hinweg über den großen künstlich angelegten See.


Hier ein paar Fotos aus der Stadt.

Blick vom Telstra - Tower (vor ziemlich genau 19 Jahren war Christian schon einmal hier zu Besuch)


Der See im Stadtzentrum wurde künstlich angelegt


Blick vom neuen Parlament (Spitze des Dreiecks auf der Karte oben), dahinter in weiß das alte Parlament und ganz am Horizont das beeindruckende War-Memorial



Wie alles in Australien ist auch seine Hauptstadt äußerst weitläufig! Ohne Auto geht hier eigentlich gar nichts. Es kommen nur 437 Einwohner/km² (in Berlin 3785/km²).

Besonders beeindruckend war für uns auch mitzuerleben wie der Australier so Weihnachten feiert. Bei über 30 Grad kann das ja nur ziemlich anders sein als in Deutschland (das "I'm dreaming of a White Christmas" das seit Ende Oktober! laut im Supermarkt läuft, wo alle Mitarbeiter nun rote Weihnachtsmützen tragen, erscheint da ziemlich ironisch...)
Wo man sich in Deutschland die Zeit bis Weihnachten vielleicht mit Schlittenfahren oder Weihnachtsmärkten verkürzt, wundern wir uns, als meine Tante vom "Lichtergucken" als abendliches australisches Familienevent erzählt: Sobald die Sonne untergeht, bleibt es auf dem Strassen taghell bunt erleuchtet von tausenden Lichtern der Häuser. Wer von euch den Film "Schöne Bescherung" kennt, das ist dagegen GAR NICHTS! Und ganz Canberra lädt sich seine Kinder in den 4Wheel-Drive und fährt stundenlang durch die Gegend. Andere Länder, andere Sitten...

Die folgenden Bilder stammen wohlgemerkt alle aus privaten Vorgärten




Es ist teilweise so viel los, dass die Polizei den Verkehr regeln muss.

Die restliche Zeit verbringen wir mit Christmas-Shopping in einem der unzähligen riesigen Shopping Center, Pferdereiten durch Canberras Landschaften, viel viel Planung der restlichen Reise und einem wunderschönen Tagesasflug an den Strand!
Viel Gutes hatten wir im Voraus von Canberra nicht gehört, dabei gibt es einiges zu sehen und wir haben hier ein paar sehr schöne Tage verbracht. Und, kann man wirklich ein Land bereisen ohne seine Hauptstadt zu besichtigen?

 







Freitag, 20. Dezember 2013

Die Great Ocean Road und die Great Gastfreundlichkeit!

Zurück in Melbourne (auf einmal wieder so viele Menschen) begann die Suche nach Mitreisenden für eins der offiziellen Südküsten Highlights, der Great Ocean Road (ja, tatsächlich ist bloß eine Strasse aber abwarten ;) Ein paar Tage später trafen wir die Zwillinge Laura und Julia und nach einem Kaffee war klar: Travelmates gefunden! Mit einem geliehenen Auto (fieserweise wieder ein Ford Falcon wie wir ihn hatten), Weihnachtsschmuck im Auto (schließlich muss man sich ja ständig dran erinnern, dass der 24. vor der Tür steht) , Essen für eine Woche und einer Kühltaschenmusikbox ging's Richtung Westen. 


Die Great Ocean Road bezeichnet den 243km langen Highway direkt am Meer, der sich um Felsvorsprünge und Strandbuchten windet und gefühlt alle 200m Wahnsinns Aussichten bietet.


An Tag zwei führte ein Wandweg vorbei an menschenleeren Stränden...

...eindrucksvollen Aussichtspunkten mit wagemutigen Tourguides..

..und einer Koalafamilie!

Der Highway wurde 1919 bis 1932 von Soldaten gebaut und ist eines der größten Kriegsdenkmäler Australiens. Die beiden Hauptattraktionen sind die 12 Apostel, große Sandsteinformationen im Meer, und die London Arch.


Die 12 Apostel sind eigentlich nur noch 8, und hießen bis 1922 auch noch Sow and Piglets, also die Sau und ihre Ferkel... 

London Arch. Der Einsturz der zweiten Brücke hat die Verbindung zum Festland gekappt.

Zurück in Melbourne müssen wir nachmittags den Mietwagen wieder abgeben um uns abends direkt in den Bus nach Adelaide zu setzen. 
Adelaide (natürlich benannt nach einer britischen Königin) ist die größte und eigentlich auch einzige Stadt des Bundesstaats South Australia. Hier leben 1,23 Millionen Menschen und im gesamten Bundesstaat South Australia, mit einer Fläche von knapp 1.000.000 km², nur 1,6 Millionen (zum Vergleich: Deutschland hat 350.000 km² !)

Wir sind hier eingeladen bei Familie Zoerner. Kennengelernt haben wir Andrew, Tracy und ihren Sohn Patrick bei dem Kochkurs in Bangkok. Wir wurden direkt danach eingeladen und mehrfach kam während unserer Reise per Mail die Nachfrage, wann wir denn eintreffen würden. Wir treffen morgens um 6 ein und gönnen uns auf dem riesigen Central Market erstmal ein ausgiebiges Flashpacker Frühstück! 
Wir werden so freundlich von der Familie aufgenommen, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen! Die nächsten Tage geben sich alle die größte Mühe, damit wir möglichst viel von der Stadt sehen können.

Am Sonntag Morgen wandern wir auf einen Berg etwas außerhalb der Stadt. Man kann gut erkennen dass sich Adelaide von Nord nach Süd über 100km erstreckt! Ohne Auto geht hier eigentlich gar nichts! Wir erleben außerdem zum ersten Mal selbst das, was wir sonst nur kopfschüttelnd beobachten konnten: Den Sportwahn der Australier! Ganz Adelaide scheint ab 5 Uhr morgens hier hoch zu kommen. Und man läuft nicht etwa entspannt, sondern vornehmlich rennt man! Trotz ziemlicher Erschöpfung war das ganze die Mühen wert!

Nachmittags fahren wir in die Adelaide Hills um eine Weinprobe zu machen. Die Region ist nämlich bekannt für die besten Weine Australiens und sogar weltweit! Außerdem kaufen wir frische Kirschen, die wachsen hier nämlich auch.. Dezember = Kirschenzeit ! Auf dem Rückweg läuft auf einmal ein Koala über die Straße und wir beobachten, wir er einen Baum hochklettert. Das ist selbst für Tracy und Andrew das erste Mal so nah einen zu Gesicht zu bekommen!


Wir fühlen uns bei der Familie unglaublich wohl und hätten noch viel länger bleiben können aber am 19.12. geht die Reise schon weiter. Wir fliegen nach Canberra, Australiens Hauptstadt um hier bei Christians Verwandtschaft die Weihnachtstage zu verbringen. Bei satten 41,5 Grad sind wir äußerst dankbar, dass wir zum Flughafen gebracht werden!

Der nächste Eintrag wird euch dann vom typischen Aussie Christmas berichten!
Bis dahin!