Montag, 9. Dezember 2013

11 Tage, 2000km, 7 Nationalparks, 60 "great short walks"...und 4 Jahreszeiten

Am frühen Morgen des 27.11. landen wir in Launceston, der zweitgrößten Stadt auf Tasmanien. Tasmanien ist der am südlichsten gelegene Bundesstaat Australiens und für hiesige Verhältnisse gar nicht mal so groß. Prozentual gesehen besteht hier am meisten Fläche aus Nationalparks und auch wenn die Insel vom Rest Australiens manchmal nur müde belächelt wird, sollte sich herausstellen dass sie unglaublich vielseitig ist und man locker noch mehr Zeit hier hätte verbringen können!


Nach der Ankunft der Gepäckstücke wird zunächst das gemietete Auto abgeholt. Ein Hyundai i20. Ziemlich klein, aber "Downsizing" ist ja gerade sowieso in! Vom Falken zum Wintergoldhähnchen sozusagen (wer nicht wissen sollte was das Wintergoldhähnchen ist sollte dies SOFORT googlen oder wahlweise im Kosmos Vogelführer nachschlagen!).

Hier sieht man den Kleinen auf einem der kostenlosen - wenn auch sehr einfach ausgestatteten - Campingplätze, die wir immer wieder abends aufsuchen. 

Zusammenkunft mit einem alten Bekannten ...

Als erstes besuchen wir in Launceston die Touristen-Info und lassen und die Broschüre "60 Great Short Walks in Tasmania" aushändigen. Tasmanien sollte sich nämlich als wahres Wanderparadies entpuppen, wobei 'Short' alles zwischen 10 Minuten und 8 Stunden bedeutet. Nachdem die erste Wanderung durch die Launceston Gorge überstanden ist machen wir uns auf den Weg an die Ostküste.






Die 'Bay of Fires' erhielt ihren Namen von den ersten fremden Ankömmlingen, die in der Bucht bei Nacht die Feuer der Aborigines brennen sahen. Das Wetter ist frühlingshaft bis sommerlich warm und auch nachts ist es bei um die 8 Grad noch gut im Zelt auszuhalten.
Die Landschaft fasziniert vielleicht gerade deswegen so sehr, weil sie so viele bekannte Elemente in einer nicht bekannten Kombination zusammen bringt.

Von [?] machen wir am nächsten Tag eine kleine Wandeung am Wasser entlang. Man kommt hierbei auch an dem sogenannten Blowhole vorbei, wo auf beeindruckende Weise die tosende Brandungdes Meeres in die Höhe peitscht:


Mutig, mutig ...

Nachdem in dem kleinen Ort noch frischer Fisch für das Abendessen gekauft wird, geht es schon weiter zu den 'Friendly Beaches' im Freycinet National Park!




Nach einer doch eher herbstlich, stürmischen Nacht, ist es am nächsten Morgen Zeit für einen Great Short Walk, entlang der komplett menschenleeren Friendly Beaches:



Danach: Kaffeepause mit Panoramablick


Im selben Nationalpark soll es am nächsten Tag dann etwas weiter südlich zur ersten etwas größeren Wanderung gehen. Der Weg führt zur Wineglass Bay. 

Blick auf die Bay nach einem recht anstrengenden Aufstieg


Ganz Unverfrorene können unten angelangt schwimmen gehen. So warm wie es womöglich aussieht ist es aber bei Weitem nicht! 

Tasmanische Pademelons (Rotbauchfilander) laufen hier überall herum und sind absolut zutraulich. Ziemlich selten dagegen ist dieses Tier hier:

Ein ameisenfressender Echidna, zu deutsch: Schnabeligel...


 In Port MacArthur ein Wasserfall direkt am Meer, quasi auf der anderen Seite schlagen wir im Wald unser Zelt auf...

..diesmal sogar mit Lagerfeuer und Sitzwache am Zelt! (Es ist kalt!)

Vom zwei Fussminuten entfernten Strand startet am nächsten Morgen unsere Wanderung zum Cape Hauy, eine der schönsten Wanderung des Trips!




Auf dem Weg zur Hauptstadt Hobart durchstreifen wir die Midlands und bekommen wir schon ein kleinen neuseeländischen Vorgeschmack:


Als letzte große Wanderung an der Westküste haben wir uns den Cradle-Mountain Nationalpark vorgenommen. Nachdem wir dort unsere erste (und letzte!) Nacht im Zelt bei Gefriertemperatur überstanden haben quartierten wir uns ins Hostel im Nationalpark ein. 

Der Morgen nach der kältesten Nacht (es ist auf dem Bild gerade kurz vor 5 Uhr und 3 Grad)


Doch ein abendlicher Stromausfall in ganz Cradle Valley (natürlich auch die Elektroheizung betreffend) und unser Zimmergenosse (er brach um halb 5 morgens auf) sollten dies nicht zur erholsamsten Nacht machen. Dass wir trotzdem und auch trotz der  schlechten Sicht am nächsten Tag loszogen, wurde mit folgenden Bildern belohnt:




Dies war die bislang anspruchsvollste Wanderung

Hier oben hat es sogar geschneit (womit die 4. Jahreszeit - der Winter - gekommen ist)

Verfroren aber zufrieden kehren wir zurück nach Launceston wo am nächsten Tag der Flieger zurück gehen soll. Zum Glück ist hier wieder Sommer und wir verbringen den letzten Tag im Tamar Valley, der Weinregion Tasmaniens, und kosten uns durch einige Sorten hindurch. Zurück in unserer WG warten Jule und Hauke schon mit dem Abendbrot. So könnte es doch immer sein!

Ein ziemlich langer Eintrag dieses Mal, aber es fiel wirklich schwer diese 11 Tage kürzer zu fassen. Noch viel mehr Fotos oder Worte hätten wir verlieren können aber wir hoffen euch so einen guten Einblick verschafft haben zu können! 








Donnerstag, 5. Dezember 2013

Über Melbourne nach "Tassie" !

In Melbourne hieß es also erstmal Geburtstag feiern! Nach einem königlichen Frühstück begaben wir uns auf den ersten Melbourne-WG-Ausflug ins Stadtzentrum. Auf dem Plan stand die auch hier kostenlose dreistündige Stadtführung, die genau das bot, wovon uns alle immer vorschwärmten: Eine (auch wettertechnisch) facettenreiche Großstadt mit unterschiedlichsten Vierteln, sowie einem wunderbaren Mix aus moderner Architektur und Bauten aus dem "viktorianischen Zeitalter" (hinter dieser Wortgewalt stecken die frühen Jahre Australiens und die Geburtsjahre Melbournes zu Beginn des 19. Jhdt.) :




Auch haben wir viel zu oft zu gut gegessen (dafür sind die Stadt und sein Chinatown bekannt).
Auch Natur hat Melbourne im Herzen der Stadt zu bieten
Sehr interessant war der Besuch von Jules neuem Arbeitsplatz inklusive einem weiteren Beweis der australischen Gelassenheit, als fast das ganze Team spontan eine Kaffee und Kuchenpause eingelegt hat, um mit uns ins Gespräch zu kommen! 

Weitere Impressionen von Melbournes berühmter Street-Art- und Café-Szene, die den wirklichen Flair der Stadt ausmachen:







Die Tage in Melbourne tun uns richtig gut! Nicht nur die Stadt begeistert uns bisher von allen australischen Großstädten am meisten, sondern auch mit Jule und Hauke in einer richtigen Wohnung mit allem erdenklichen Luxus (wie z.B fließendem Wasser) zu wohnen macht einfach Freude! Fast ein bisschen wehmütig verlassen wir sehr früh morgens am 27.9. dann die Stadt. Ziemlich spontan haben wir Flüge nach Tasmanien gebucht, wo wir die nächsten 11 Tage verbringen werden. Die Erwartungen sind hoch, haben uns doch bisher so viele erzählt, das Tasmanien eins ihrer Australien-Highlights war.
Eigentlich sollte Tasmanien mit in diesen Eintrag, doch die für australische Verhältnisse kleine Insel war doch so unfassbar vielseitig, dass wir ihr einen eigenen - also den nächsten - Eintrag widmen werden!








Montag, 2. Dezember 2013

Abschied und Wiedersehen

Ein kluger Mann namens John Lennon sagte einmal "Life is what happens to you while your busy making other plans". Tja, genau das durften wir auch kürzlich erfahren. Wir hatten die nächsten Wochen so wunderbar geplant und es hätte auch alles klappen können - sollte es aber nicht.

Von Sydney sollte es über einige Zwischenstopps nach Melbourne gehen wo wir Jule und Hauke treffen wollen. Der erste Stopp ist in Moruya, knapp 4 Stunden südlich von Sydney wo wir bei Freunden von Christians Tante, deren Tochter in Hannover als Aupair war, übernachten können.

Wir haben unser eigenes kleines Garten-Gästehaus


Am nächsten Tag geht es weiter gen Süden wo wir schließlich Bundesstaat Nummer 4 erreichen: Victoria. Jeder Bundesstaat überrascht übrigens immer wieder auf's neue mit lustigen Straßenschildern: Favorit in Queensland war "Rest or Rest in Peace" und hier heißt es "can't concentrate? POWERNAP NOW!" 
Für eine Nacht bleiben wir in Mallacoota am südöstlichsten Zipfel Australiens. Wir wussten noch nicht, dass das unsere letzte komplette Nacht im Auto werden sollte. 


(Die letzte Nacht)

Am nächsten Morgen machen wir noch eine kleine Wanderung. 




Als wir dann wieder losfahren haben wir ein ungutes Gefühl. Die Temperatur Anzeige vom Kühler ist für ein paar Minuten ungewöhnlich hoch, normalisiert sich dann aber wieder. Wir halten im nächsten Ort bei einer kleinen Werkstatt und fragen nach. "Bis nach Melbourne werdet ihr es damit noch schaffen, aber dann muss der Kühler gespült werden" lautet die Aussage des "Fachmanns" ... Bis Melbounrne sind es noch 450km, bis zum nächsten Ort noch 50. wir fahren weiter. Auf dem Highway spinnt die Anzeige komplett und wechselt munter von ganz heiß auf kalt. Uns jedenfalls wird die Sache definitiv zu heiß und wir beschließen im nächsten Ort zu halten. Beim Abbiegen in die Ortschaft geht dann der Motor auf einmal aus, das Lenkrad blockiert und wir schaffen es gerade noch so am Rand zu halten. Der Rauch quillt schon unter der geschlossenen Motorhaube hervor.
Was dann folgt ist schieben, laufen, abschleppen lassen, quälendes Warten und zu guter Letzt ein kopfschüttelnder Werkstattmeister. Aus und vorbei! Die Reparatur würde um die 2000$ kosten (den Wert des Wagens) und Wochen dauern. Es ist nur sehr schwer zu akzeptieren aber ab jetzt sind wir wieder nur auf unsere Füße (und das öffentliche Verkehrsnetz) angewiesen um noch rechtzeitig zu Jules Geburtstag nach Melbourne zu kommen.

Alles muss geräumt werden - im Prinzip eine Hausauflösung.. Kein schönes Gefühl!

Wir hatten so muss man sagen aber riesiges Glück im Unglück! Wer weiß was passiert wäre wenn der Wagen bei 110km/h auf dem Highway ausgegangen wäre, mitten im Nichts. So können wir aus der Stadt Orbost (klingt irgendwie wie erbost) einen Bus nach Melbourne nehmen - morgens um kurz vor 4. Wir warten im Auto. Mit 2 Flaschen Wein und der Gitarre komponieren wir noch ein paar Lobeslieder auf den guten alten Falken.
[[Abschied]]



Morgens um 10 Uhr dann kommen wir in Melbourne an. Jule (das Geburtstagskind und Hauke) holen uns vom Bahnhof ab! Wir fahren in ihre Wohnung und wie es der Zufall will ist da noch ein Zimmer frei, dass wir nach Rücksprache mit dem Vermieter für die kommenden Tage bewohnen können.

Unsere kleine Kurzzeit-WG!
[[Wiedersehen]]